Wir brauchen Einführungen in komplexe Themen

Wikipedia & Einleitungen

Wer kennt das nicht? Man möchte kurz nach schauen was die Deskriptive Statistik oder der Wertbildungsprozess ist. Noch nie hat man davon gehört. Wikipedia hat zwar einen Artikel dazu, aber alleine schon die Einleitung ist viel zu kompliziert um das Eigentliche, worum es geht, als Laie zu verstehen. Andere Websites bieten nur Details zu diesem Thema, geben aber keinen Überblick.

Wir brauchen einen neuen Dienst!

Das Problem ist also, dass es offensichtlich keinen kostenlosen und digitalen Dienst gibt, der etwas – egal wie komplex – auf eine einfache Weise erklärt. Warum es einen solchen Dienst noch nicht gibt? Keine Ahnung. Vielleicht denken die meisten, Wikipedia reicht dafür aus. Allerdings kann auch dort die Einleitung zwischen 100 und 1000 Wörtern variieren.

Die Lösung ist also ein Dienst, welcher wohl so ähnlich wie Wikipedia aufgebaut ist und ein kollaboratives erstellen von kurzen Erklärungen bzw. Übersichten zu einem bestimmten Thema oder Objekt bereitstellt. Am optimalsten wäre der Dienst, wenn der Text perfekt auf ein Smartphone Display passen würde. Der Text müsste also durch die Anzahl der Zeichen eingegrenzt werden – ähnlich wie Twitter. Das macht den Dienst auch so interessant. Wie wäre es also mit etwa 400 Zeichen pro Artikel?

Wie man es angehen könnte

Die Kunst besteht dann darin eine möglichst einfache, aber auch möglichst kurze Einführung in das Thema hinzubekommen.  Da ich das ganze schon mit Wikipedia verglichen habe… Wikipedia hat keine Begrenzung der Länge von Artikeln. Das ist auch sinnvoll. Denn dieses freie Lexikon versucht so viel Wissen wie möglich bereitzuhalten und somit zu verbreiten. Es gibt überhaupt kein Interesse daran, Artikeln eine bestimmte Länge vorzuschreiben, dazu ist jeder Artikel zu individuell.

Vorwissen für Artikel

Ein Problem ist aber auch, dass sich einzelne Wikipedia-Artikel sich teils sehr in ihrer Komplexität unterscheiden und dass teilweise total unterschiedliches Vorwissen nötig ist, um diesen Artikel zu verstehen. Wikipedia gibt keinen Grad an Vorwissen für jeden Artikel an, geschweige denn wäre es sinnvoll jeden Artikel für jedermann verständlich zu schreiben. Wo sollte man denn das nötige Vorwissen festlegen? Das ist fast unmöglich.

Es ist also schwierig ein Maß für Komplexität fest zu schreiben. Allerdings könnte man Rahmenbedingungen schaffen. Man könnte bspw. festlegen, dass die Einführungen bei dem beschriebenen Dienst etwa 80% der Deutschen, welche der deutschen Sprache mächtig sind und ein bestimmtes Alter erreicht haben, lesen und verstehen können. Diese Daten könnte man auch angeben. Manche Dinge kann man mit 12 Jahren einfach – mangels Vorwissen – noch nicht verstehen.

Mehr Versionen oder Ausführlicher?

Eine weitere Möglichkeit wäre unterschiedliche Versionen von Einführungen anzubieten. Dies bedeutet zwar erhöhter Aufwand. Für bestimmte Themen würde dies sich aber anbieten. Dank Crowd-Sourcing sollte dies aber kein Problem sein. Die „Crowd“ kann dann auch entscheiden, ob dies nötig ist oder auch nicht.

Ein weiterer Schritt der jedoch über den eigentlich Sinn der Einführung hinaus geht wäre, die Sachverhalte ausführlicher zu erklären. Das wäre natürlich auch wieder durch die Begrenzung des nutzbaren Mediums möglich. Wichtig wäre aber dann das sogenannte „Chunking“ von Informationen. Das heißt bspw. die Aufteilung des Textes in viele Absätze mit Überschriften, weil dies besser vom Menschen aufgenommen werden kann.

Auf geht’s ans coden!

Doch warum sollten wir überhaupt so einen Dienst erstellen und anbieten? Wie bereits erwähnt gibt es so etwas bisher noch nicht wirklich. Außerdem ist das Verstehen von komplexen Vorgängen bzw. Themen Heute um so wichtiger, weil unsere gesamte Welt immer komplexer wird. Zudem werden sich weniger Personen damit beschäftigen, wenn die Einstiegs-Hürde unnötig groß ist. Um also den Menschen den Einstieg in etwas zu erleichtern bzw. erst überhaupt zu ermöglichen, oder einfach nur um Wissen zu vermitteln, wird so etwas dringend benötigt. Vor allem für Politische Zusammenhänge und Verhältnisse kann ich mir das ganze gut vorstellen.

Jetzt aber zum größten Problem: Jemand muss diesen Dienst bauen. MediaWiki eignet sich genauso schlecht wie Wikia, oder alle Anderen die es derzeit auf dem Markt gibt. Außerdem sollte das ganze so transparent, frei und offen wie möglich sein. Das heißt die Software muss auch noch Open Source sein. Es führt also wahrscheinlich nichts daran vorbei, eine neue Software dafür zu schreiben.

 

Henri

Ich schreibe über alles was mich beschäftigt und ich gut finde. Alles was relevant genug scheint, versuche ich hier auf einfach Weise darzustellen.

 

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